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Klima und Energie
Von der giftigen Altlast zum Gipfel erneuerbarer Energien: Der Deponiehügel Georgswerder wird im Rahmen der IBA zu einem regenerativen Energieberg. Durch Windkraft, Sonnenenergie, Deponiegase, Biomasse und Geothermie soll er künftig über 2000 Haushalte der Elbinsel mit Strom versorgen. Außerdem soll der Energieberg als Aussichtspunkt öffentlich zugänglich gemacht werden.
Der rund 40 Meter hoch aufragende, weithin sichtbare und begrünte Hügel in Georgswerder hat, ähnlich wie der Wilhelmsburger Flakbunker,
eine bewegte Geschichte. Nach dem Krieg wurden auf den flachen Wiesen nordöstlich Wilhelmsburgs Trümmer und Haushaltsmüll aufgetürmt;
später kamen giftige Industrieabfälle wie Lacke und Farben hinzu. 1979 wurde der Deponiebetrieb offiziell eingestellt, doch 1983 stellte
sich heraus, dass am Fuß des künstlichen Hügels hochgiftiges Dioxin austrat und ins Grundwasser gelangte. Der Deponiehügel und der Untergrund
wurden daraufhin aufwändig gesichert – in engem Kontakt auch mit einem Arbeitskreis von Anwohnerinnen und Anwohnern. Anschließend wurde die
Deponielandschaft mit einer Kunststoffdichtungsbahn und Oberboden überdeckt und mit ersten Windkraftanlagen bebaut. Bis heute wird das Grundwasser
mit umfangreichen technischen Maßnahmen geschützt.
Künftig soll auf der Bergkuppe eine größere Windkraftanlage stehen (Repowering), die mit einer Aussichtsplattform kombiniert wird. Der Südhang bietet Platz für eine bis zu 16.000 m2 große Photovoltaikanlage. Der erste Bauabschnitt mit ca. 500 kWp (Kilowatt-Peak) Leistung wird 2009 durch HAMBURG ENERGIE errichtet. Der Wiesenschnitt auf der Deponie kann im Rahmen des von der IBA geplanten urbanen Biogasprojektes zur Umwandlung in Biogas genutzt werden. Und auch aus dem Inneren der Deponie wird Energie gewonnen: Durch permanente Zersetzungsprozesse im Hügel entsteht Deponiegas mit hohem Methananteil. Bereits heute wird es systematisch aufgefangen und an die benachbarte Aurubis AG geliefert, eine der größten Kupferhütten Europas. Das Sickerwasser aus der Deponie wird ebenso wie das Grundwasser aufgefangen, kontrolliert gereinigt und abgeleitet. Durch eine Wärmepumpe könnte der Energiegehalt des Wassers genutzt werden, um Raumwärme für das geplante Betriebs- und Ausstellungsgebäude zu erzeugen.
Weil der Hügel als technisches Bauwerk gilt und auch in Zukunft eine geschlossene und gesicherte Deponie bleibt, ist er bisher für die Bürgerinnen und Bürger nicht zugänglich. Doch als Erhebung bietet er eine fantastische Sicht über Hamburg, die bald von vielen Menschen neu entdeckt werden kann: Durch die IBA wird der Energieberg als öffentliche „Informationslandschaft“ und Aussichtspunkt zumindest von März bis Oktober tagsüber begehbar gemacht. Auf anschauliche Art sollen die Geschichte der Mülldeponie, der Umgang mit Altlasten und die vielfältigen Potenziale für die Gewinnung erneuerbarer Energien erfahrbar gemacht und erklärt werden.
Aussichtsreiche Bildungsreise
Der Energieberg Georgswerder soll ein Treff-punkt für die Wilhelmsburger und deren Gäste werden – mit spektakulärem Blick vom Hafen bis zum Michel. Und auch in anderer Hinsicht soll er den Horizont erweitern: durch die Chance für eine kleine Bildungsreise, die von der Verwandlung einer giftigen Umwelt-Altlast in einen Standort für regenerative Energieerzeugung erzählt.
Gemeinsam mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hatte die IBA Hamburg einen europaweiten Wettbewerb für die künftige Gestaltung des Energiebergs ausgeschrieben. Die tragende Idee des 1. Preisträgers (HÄFNER/ JIMENEZ Landschaftsarchitekten, Konermann Siegmund Architekten) ist eine artifizielle, den Berggipfel umrundende Promenade. Sie bietet freien Ausblick nach allen Seiten und lädt gleichzeitig zum Verweilen auf dem "Berg" ein. Nachts bescheint ein geheimnisvoll leuchtender weißer Ring den Energieberg. Von weitem sichtbar eine Landmarke für ganz Hamburg. So verspricht, was einst nur als "Müllberg" wahrgenommen wurde von den Hamburgern als gut nutzbarer Freiraum und neues Ausflugsziel angenommen zu werden.
Hier stehen Materialien und Bilder zum Download bereit.
Bilder & Visualisierungen:
Download der Fotos von der Photovoltaikanlage auf dem Energieberg
(Fotos von Martin Kunze)
Download der Visualisierung des 1. Preises; Blick auf den Energieberg
(HÄFNER/JIMENEZ Landschaftsarchitekten und Konermann Siegmund Architekten)
Download der Visualisierung des 1. Preises; Blick Richtung Norden
(HÄFNER/JIMENEZ Landschaftsarchitekten und Konermann Siegmund Architekten)
Download der Visualisierung des 1. Preises; Nachtansicht Energieberg
(HÄFNER/JIMENEZ Landschaftsarchitekten und Konermann Siegmund Architekten)
Download des Bildes vom Energieberg Georgswerder im Rahmen des Kunst- und Kultursommers 2007 (Künstler: Asil Cavusoglu, Projekt: Twin Peaks, 10° Kunst: Wilhelmsburger Freitag)
Download der Infografik zum Klimakonzept des Energiebergs Georgswerder als PDF auf deutsch (urbanista)
Download der Infografik zum Klimakonzept des Energiebergs Georgswerder als PDF auf englisch (urbanista)
Pressemitteilungen:
18.12.2009 Pressemitteilung: Hamburgs größte Photovoltaikanlage auf dem Energieberg Georgswerder geht in Betrieb
20.05.2009 Pressemitteilung zum Wettbewerbsentscheid
Publikationen:
Download des Projektsteckbriefs zu diesem Projekt (PDF)
Prima Klima-Anlage
Broschüre
zur
Kampagne "Prima Klima-Anlage" mit allen Informationen zur Bewerbung und
Förderung durch die IBA auf dem Weg zu Ihrem KLIMA_HAUS.
Download der Broschüre (PDF, 9 Seiten, 1.1MB)
Klimafaktor Metropole | Climate Factor Metropolis
Broschüre
über das Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg mit den Projekten
Energiebunker, Energieberg, Energieverbund Wilhelmsburg Mitte,
IBA-Dock, dem Bildungszentrum "Tor zur Welt" und der Urbanen
Biogasanlage im Fokus.
Download der Broschüre (PDF, 36 Seiten, 2.2MB)
Englische Version der Broschüre (PDF, 36 Seiten, 2.2MB)