IBA-Jahresvorschau 20092009 wird
für Wilhelmsburg das Jahr der Spatenstiche: Nach einer zweijährigen
Projektfindungs- und Projektentwicklungsphase nehmen die Visionen und
Entwürfe der Internationalen Bauausstellung Hamburg für die Zukunft der
Metropole hier konkrete Gestalt an. Große Projekte und Bauvorhaben für
die Elbinseln treten jetzt in die Realisierungsphase. Im Rahmen der
Jahrespressekonferenz stellen Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk,
Hamburgs Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter und IBA-Geschäftsführer Uli
Hellweg die wichtigsten Projekte und Planungsetappen vor.
Hamburg, 28. Januar 2009. „Hamburg investiert mit
der IBA in Zeiten der Krise in die Zukunft der Metropole: Auf den
Elbinseln setzen wir 2009 ein klares Signal für eine konsequent
nachhaltige Stadtentwicklung – mit zukunftsweisenden Bauprojekten,
einer großen Bildungsoffensive und neuen ökologischen Standards für
mehr Lebensqualität“, sagt Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk.
„2008 war für die Internationale Bauausstellung ein Jahr wichtiger Entscheidungen:“, ergänzt Hamburgs Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter.
„Die IBA Hamburg GmbH hat eine Reihe international hochrangig besetzter
Architekturwettbewerbe mit hervorragenden Ergebnissen durchgeführt. Im
September 2008 hat der Hamburger Senat 120 Millionen Euro für
zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen bis 2013 bereitgestellt. Auf dieser
Basis können 2009 die ersten Bauprojekte beginnen.“ Insgesamt hat die
Gesellschaft sieben städtebauliche und hochbauliche Wettbewerbe
durchgeführt.
Wilhelmsburg: Vom Stadtrand zum neuen Zentrum am Wasser
Mit
dem Projekt „Wilhelmsburg Mitte“ wird 2009 ein Herzstück der IBA
Hamburg greifbar. Auf einer rund 30 Hektar großen Fläche entsteht in
den kommenden Jahren das neue Zentrum für die Elbinseln – mit einer
Mischung aus Wohnen und Arbeiten, Einzelhandel, Verwaltung,
Dienstleistung, Hotel- und Freizeitnutzung. Nachdem der Masterplan im
September 2008 vorgestellt wurde, geht es jetzt mit großen Schritten
weiter: In der zweiten Jahreshälfte beginnen die Ausschreibungen für
vier Baufelder südlich der Neuenfelder Straße.
„Hier
zeigen wir vorbildliche Lösungen für das Wohnen in der Zukunft,
sozusagen eine Bauausstellung in der Bauausstellung“, beschreibt
IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg die Ziele dieses
experimentellen Wohnungsbaus. „Dazu gehört das Bauen auf und mit dem
Wasser, Wohnungs- und Hausbau mit innovativen und nachhaltigen
Baumaterialien sowie ein hybrides Haus, das dem Nutzer nicht nur
Wohnen, sondern auch eine berufliche und soziale Nutzung erlaubt.“
Planungs- und Genehmigungsverfahren für den Straßenverlauf, den Ausbau
des Aßmannkanals, den Umbau des S-Bahnhofs Wilhelmsburg und die neue
Fußgängerbrücke werden ebenso vorangetrieben.
Einen
zusätzlichen Entwicklungsschub für Wilhelmsburg Mitte wird es durch den
Neubau der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt geben. Die
Sprinkenhof AG ist nun mit der Errichtung beauftragt worden und der
Architektenwettbewerb soll bis zum Herbst abgeschlossen werden.
Bereits
im April 2009 laufen in unmittelbarer Nachbarschaft zu „Wilhelmsburg
Mitte“ die Erschließungsmaßnahmen für die „Neuen Hamburger Terrassen“
an – hier entstehen in Zusammenarbeit mit der igs hamburg 2013 GmbH
circa 80 Wohnungen in ökologischer Bauweise direkt am Park der
internationalen gartenschau.
Die Öffnung des
Stadtteils zum Wasser nimmt ebenso konkrete Formen an. Der Hamburger
Freihafen wird im Zuge neuer Zollrichtlinien der Europäischen Union bis
2011 deutlich verkleinert. Das ermöglicht eine bessere Anbindung des
Stadtteils an den Hafen in Nord-Süd-Richtung. Betroffen davon ist der
im Norden gelegene Spreehafen, dessen Zollzaun geöffnet werden soll.
Ein Rundweg um den Spreehafen und freier Zugang zu den Uferflächen sind
bereits in Planung.
Elbinseln bieten Familien und Kreativen neue Wohn- und Arbeitsräume
Ab
2009 werden vor allem im Reiherstiegviertel neue Angebote für Wohnen
und Arbeiten geschaffen, zum Beispiel mit dem Sanierungsprojekt
„Weltquartier“: Die SAGA-Siedlung aus den 30er Jahren mit 820 Wohnungen
wird komplett modernisiert und als Modellprojekt für interkulturelles
Wohnen den Bedürfnissen der Bewohner aus über 30 Ländern angepasst.
Erste Umbaumaßnahmen beginnen in der Weimarer Straße. Zum
Zwischenpräsentationsjahr der IBA 2010 soll auch der Bauabschnitt am
Weimarer Platz fertig gestellt sein. Insgesamt investiert der
IBA-Partner SAGA GWG 78 Millionen Euro in das Projekt. Ebenfalls kurz
vor Baustart sind die Planungen für das IBA-Projekt „Open House –
Nachbarschaftliches Wohnen am Vogelhüttendeich“: Ab Juni 2009 errichtet
die Baugemeinschaft „Schipperort“ unter dem Dach der Baugenossenschaft
Schanze e.G. 44 Wohnungen im „Energiehaus-Plus-Standard“.
Speziell
für Künstler und Unternehmen der Kreativwirtschaft werden die
Veringhöfe zu einem kreativen Zentrum umgebaut. Auf Basis der
vorliegenden Machbarkeitsstudie beginnt in diesem Jahr die Betreiber-
und Investorensuche.
Darüber hinaus gewinnen
die Elbinseln in den kommenden Jahren an Attraktivität für junge
Familien: Mit der „Bildungsoffensive Elbinseln – Die Neue Weltklasse“
entsteht hier eine innovative und gut vernetzte Bildungslandschaft. Ein
Kernelement ist das Bildungszentrum „Tor zur Welt“. Hier werden drei
bestehende Schulen und eine Kindertagesstätte an der Krieterstraße zu
einem integrierten Bildungskomplex zusammengefasst. Mit einem
Beteiligungsverfahren für die Gemeinschaftsfläche, die die Schulbauten
über die Krieterstraße hinaus verbindet, werden im ersten Halbjahr 2009
die Planungen konkretisiert, bevor voraussichtlich im September diesen
Jahres der Bauantrag gestellt wird. Der Baubeginn ist für den Sommer
2010 vorgesehen. Außerdem beginnen bereits im Juni 2009 am Südufer des
Müggenburger Zollhafens die Bauarbeiten für das „Haus der Projekte“ zur
beruflichen Qualifikation von Jugendlichen.
Wilhelmsburg und Veddel: Pilotprojekte für klimaneutrale Energieversorgung
Mit
dem „Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg“ hat die IBA das
langfristige Ziel einer möglichst CO2-neutralen Energieversorgung für
die Elbinseln formuliert. Seit Januar 2009 ruft die IBA deshalb mit der
Kampagne „Prima Klima-Anlage – mit der IBA zum KLIMA_HAUS“ alle
Hausbesitzer auf den Elbinseln auf, ihre Energieeinsparpotenziale zu
ermitteln und sich um eine von 20 IBA-geförderten Sanierungen zu
bewerben (www.iba-hamburg.de/prima-klima-anlage). Für die Umwandlung
der ehemaligen Deponie Georgswerder zu einem regenerativen Energieberg
für die Stromversorgung von über 2000 Haushalten läuft zurzeit ein
internationaler kooperativer Realisierungswettbewerb. Dabei sollen
Windkraft, Sonnenenergie, Deponiegase, Biomasse und Geothermie als
postfossile Energiequellen zum Einsatz kommen. Acht ausgewählte
Arbeitsgemeinschaften aus Landschaftsarchitekten und Architekten
entwickeln bis Mitte April ihre Konzepte für die geplante
Energielandschaft, die im Sommer im Rahmen einer Ausstellung
veröffentlicht werden. Erste Baumaßnahmen starten voraussichtlich in
der zweiten Jahreshälfte 2009.
Ähnlich
ambitioniert sind die Pläne für den Wilhelmsburger Flakbunker aus dem
Zweiten Weltkrieg, der seit 61 Jahren ungenutzt ist. Das monumentale
Gebäude soll zu Europas größter Solaranlage mit Wärmespeicher und
integriertem Blockheizkraftwerk umgewandelt werden. Für Februar wird
eine Machbarkeitsstudie über die Möglichkeiten zur Umnutzung des
Gebäudes erwartet. Erste Baumaßnahmen für den „Energiebunker“, der rund
800 Wohnungen der benachbarten Wohnsiedlung „Weltquartier“ mit Strom,
Warmwasser und Heizwärme versorgen soll und darüber hinaus als
Energiezentrale für den gesamten Stadtteil dienen könnte, sind für 2010
geplant.
Das IBA-Dock – neues Informationszentrum der IBA Hamburg GmbH
Auch
die IBA Hamburg GmbH selbst setzt mit ihrem neuen Firmensitz ein
Zeichen für Nachhaltigkeit und innovative Technologie. Im April 2009
beginnen die Baumaßnahmen für das IBA-Dock, ein schwimmendes
Ausstellungs- und Bürogebäude am Müggenburger Zollhafen, das als
innovatives Exponat für Energiespartechnologie konzipiert ist. Die IBA
gibt damit eine ganzheitliche Antwort auf die Herausforderungen des
Klimawandels und des Klimafolgenmanagements. Hier entsteht ein
Informations- und Veranstaltungszentrum, das den Dialog über die
Zukunft der Metropolen mit den Bewohnern der Elbinseln und der breite
Öffentlichkeit pflegen wird.
Die IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole
Die
Internationale Bauausstellung Hamburg ist mehr als eine reine
Bauausstellung. Sie ist ein Stadtentwicklungsprozess, der sich räumlich
auf Wilhelmsburg, die Veddel und den Harburger Binnenhafen fokussiert.
Im Rahmen der IBA werden zentrale Fragen der aktuellen
Metropolenentwicklung wie die Internationalisierung der
Stadtgesellschaft – Kosmopolis – und die Gestaltung von inneren
Stadträndern – Metrozonen – thematisiert, darüber hinaus die Rolle der
Stadt im Klimawandel. Damit entwirft eine Internationale Bauausstellung
erstmals das Zukunftsbild der europäischen Stadt im 21. Jahrhundert.
Besuchen Sie die zentrale IBA-Ausstellung in Hamburg-Wilhelmsburg: „IBA at WORK“
präsentiert den aktuellen Planungsstand der IBA-Projekte. Die
Ausstellung ist von Dienstag bis Sonntag jeweils 10 bis 19 Uhr
geöffnet, der Eintritt ist frei. Hier können auch die Publikationen der
IBA Hamburg bezogen werden.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
IBA Hamburg GmbH
Iris Groscurth
Tel.: 040 / 226 227-30