Die Ziel des Wettbewerbs: eine zentrale Begegnungsfläche, die zukünftig die verschiedenen Teile des Bildungzentrums „Tor zur Welt“ über die Krieterstraße hinweg verbinden soll. Seit April 2009 hatten zunächst mehr als 150 Schülerinnen und Schüler sowie Eltern Ideen für eine solche Agora zusammengetragen und weiterentwickelt. Die Siegerideen dienten als Grundlage für den Entwurf „Menschen und Kulturen“ der Landschaftsarchitekten Breimann Bruun, mit dem jetzt ein IBA-Wettbewerb der ganz besonderen Art zu Ende gegangen ist.
„Das war ein beeindruckendes Beteiligungsverfahren, das wichtige Impulse für eine ungewöhnliche Gestaltung des öffentlichen Raums gesetzt hat“, kommentiert IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg die außergewöhnliche Beteiligung insbesondere der Schülerinnen und Schüler. Der Entwurf des Büros Breimann Bruun, der auf den Ideen der Schüler und Eltern basiert, verteilt stilisierte Schiffsrümpfe locker auf der gesamten Fläche, die unterschiedlichste Nutzungsmöglichkeiten bieten – etwa als Liegewiese oder Hindernisparcours. Auch ein Wasserbecken und eine kleine Theaterbühne sind vorgesehen. „Die Idee der stilisierten Schiffe passt sehr gut zum Hafen und zum Selbstverständnis, ein ‚Tor zur Welt’ zu sein. Es ist hervorragend geeignet, die vielen Aspekte von Menschen in Wilhelmsburg und ihre kulturelle Vielfalt in eine unverwechselbare Gestaltung der ‘Agora‘ zu übertragen“, lobt Jury-Vorsitzender und IBA-Kuratoriumsmitglied Prof. Hartmut Topp.
Im Juli hatte die Jury sechs Beiträge der Gruppen aus Schülern verschiedener Altersklassen sowie von drei Gruppen bestehend aus Bürgern Wilhelmsburgs zu Siegern gekürt und den Landschaftsarchitekten Breimann Bruun aufgegeben, die besten Ideen der Sieger in eine konkrete Freiraumplanung zu übersetzen. In drei unterschiedlichen Varianten haben sie gezeigt, wie man die Top-Themen der Wettbewerbssieger „Menschen und Kulturen“, „Kontinente – die Welt zuhause in Wilhelmsburg“ und „Lernen und Erleben – die Vielfalt unserer Welt erkennen“ baulich umsetzen würde.
Die Jury wählte, erweitert um Vertreter aus den Siegerteams, für die weitere Planung das Thema „Menschen und Kulturen“ aus. Nach anfänglicher Kritik an der Umsetzung zeigen sich nun auch die Ideengeber von dem Entwurf begeistert: „Dass wir künftig eine eigene Bühne und einen Brunnen haben werden, finden wir richtig klasse. Wir sind froh, dass sich unsere Wünsche durchgesetzt haben, der Einsatz hat sich gelohnt. Dass wir sogar in der Jury vertreten waren und mitentscheiden durften, fand ich echt fair“, so Una Mahmutovic und Felix Jünemann, Schüler am Gymnasium KiWi in Wilhelmsburg.
Der Entwurf wird nun unter Berücksichtigung der verkehrsplanerischen Anforderungen weiter ausgefeilt. „Ich bin sehr gespannt auf den weiteren Prozess, und ich würde mir wünschen, wenn auch beim Bau der Agora die künftigen Nutzer des Bildungszentrums selber Hand anlegen könnten“, so Uli Hellweg.